Künstler

Anna Depenbusch

Selten begann ein Jahr in Pop-Deutschland so erfreulich und überraschend wie das Jahr 2011. Im Januar erschien "Die Mathematik der Anna Depenbusch". Mit dem Album etablierte sich Anna Depenbusch fast aus dem Stand als Chansonsängerin von Format, voller Esprit, Leichtigkeit und Tiefsinn. Texte und Musik hatte sie selbst geschrieben. "Die Mathematik" war alles andere als arithmetisches Graubrot für die grauen Zellen. Vielmehr ein hinreißender Film für die Ohren, opulent arrangiert und ungewöhnlich fantasievoll produziert. Auf der transVOCALE spielt sie allein. Am Klavier. Ohne Netz und doppelten Boden. Nur ihre Stimme, dazu das große, geheimnisvolle Instrument voller entdeckter und noch zu entdeckender Klänge. Kein Klick im Ohr, kein regelmäßig tickendes Schlagzeug, keine Gruppendynamik. Nur ihr Atem, ihre Songs und das spät geliebte Zauberinstrument.

Szymon Zychowicz

Künstler des Kabaretts Czarny Kot Rudy (Schwarze Rothaarige Katze) des Polnischen Theaters in Stettin. Er stammt aus Koszalin, in dem er unter aufmerksamer Aufsicht von Bartosz Brzeskot (Kabaret Rafała Kmity) an der Erschaffung von "Noce Kata" ("Nächte des Henkers") mitwirkte und im Teatr Propozycji DIALOG debütierte. Von 1994 an war er (acht Jahre lang) ein Mitglied des Kabaretts Piwnica pod Baranami (Keller zu den Widdern). Sein aktuelles Album "Po prostu" ("Einfach so") ist sein Solodebüt. Es ist die Synthese des bereits zwanzigjährigen, künstlerischen Weges von Zychowicz, der niemals an Wichtigem einbüßte, und nichts, was wesentlich und wahr ist, übersah. Das Album "Po prostu" besteht aus 13 Liedern in einer Gattung des traditionellen poetischen Liedes in ausgereiften Arrangements, gesungen mit charakteristischer Stimme.

Meine Damen und Herren, Szymon Zychowicz - Einfach so!

Caladh Nua (IRL) - New Irish Tradition

Ihre Heimat ist Irland und ihr gälischer Name bedeutet "sicherer Hafen". Den bietet das junge Quintett ohne Frage. Caladh Nua entstand 2009 nach ungezählten Sessions, gefärbt von schwarzem Bier. Getragen von der gemeinsamen Vision, wie moderne traditionelle Musik heute klingen sollte, spielen sie eigene und alte Tänze und Lieder. Mit Eoin O Meachair ist ein starker Mann am Banjo zu erleben. Allein durch den unwiderstehlichen Rhythmus wird er gemeinsam mit Akkordeonist Derek Morrissey und Fiddler Paddy Tutty die Tanzbeine wecken. Colm O'Caoimh fand über Klavier und Geige zur Gitarre. Sie ist dem Solisten der Band ein sicherer Hafen und unterstützt die gefühlvollen Melodien der Sängerin und früheren Irland-Geigen-Meisterin Lisa Butler mit warmen Akkorden.

Daniel Kahn & The Painted Bird (USA/D)

Daniel Kahn vereint die besten Traditionen amerikanischer und jüdischer Musik - amerikanische Folksongs in der Tradition von Woody Guthrie oder Pete Seeger, und jiddische Protestsongs. Gleichzeitig ist Kahn ein Interpret von Arbeiterliedern, von Brecht/Eisler-Songs, wie ihn Deutschland seit den Tagen von Ernst Busch nicht mehr gesehen hat. Ein "Barrikaden-Sänger" im besten Sinne des Wortes. Wenn Daniel Kahn mit seiner Band Lieder wie Mordechai Gebirtigs "Arbetslozer Marsh" oder Brechts "Denn wovon lebt der Mensch" singt, dann hören wir nicht brave museale Musikkultur, sondern dann wird wieder klar, dass diese Musik einmal für die Straße, für die Veränderung der Welt und nicht nur fürs Theater geschrieben wurde. Und daß Daniel Kahn und seine Musiker keineswegs gewillt sind, die "Lost Causes" von vornherein verloren zu geben.

Ensemble DRAj (D)

Seit mehr als 10 Jahren beschäftigt sich das "Ensemble DRAj" mit jiddischer Musik, abseits der bekannten Klezmer-Pfade. Das Trio spiegelt Geschichten, von denen jiddische Lieder erzählen, in Musik. Sie sind Zeugnisse einer vergangenen jüdischen Welt. Abseits der Liedermacherkultur, in der das Wort dominiert, greift das Ensemble DRAj zu einer deutenden Textmusik, die zugleich konzertant und lustvoll daherkommt. Die Eigenart jedes Liedes wird gestaltet von den Musikerfahrungen der drei Musiker. Stilelemente aus Klassik, Neuer Musik, Blues und Moderner Klassik geben jüdische Geschichte(n) wieder: Hier wird ein impressionistisches Motiv fein versponnen, dort blitzt ein kleines Zitat von 'King Crimson' auf, ein orientalischer "Taksim" wird zum improvisierten Intro und der chassidische Nigun mutiert zum Scatgesang.

Geoff Berner & His Klezmer Trio (CAN)

Geoff Berner ist einer der kontroversesten Erneuerer der Klezmermusik. Er ist bissig, politisch und sarkastisch. Er bekennt sich offensiv zu einem musikalischen Erbe und kratzt doch unerbittlich an der schönen Fassade. Seine Konzerte polarisieren und können gleichzeitig Herzen öffnen. Geoff Berner bringt die Klezmermusik aus den Konzertsälen zurück auf die Straße. Er präsentiert sie schmutzig und rau, tieftraurig und himmelhoch jauchzend. Er greift Traditionen auf, ohne je puristisch zu sein. Bemerkenswert ist auch der Hintergrund seiner Musiker. Mit ihm auf der Bühne stehen seine alten Weggenossen Diona Davies (Violine) und Wayne Adams (Percussion). Sie gehören zu den ersten echten neuen Klezmorim.

Bubliczki (PL)

Die polnische Band sucht ihre Wurzeln in der traditionellen Musik der Kaschuben, einer Minderheit im Norden ihres Landes. Bubliczki fanden sich 2007 zusammen, um einen neuen Weg zum Umgang mit der polnischen und kaschubischen Folk Music zu finden. Die Gruppe kreierte ihre Mischung aus jüdischen Tänzen, der Wildheit des Balkan, der Spontanität der Roma und ihrer eigenen unverwechselbaren Musik. Sechs Musiker, mit sechs unterschiedlichen musikalischen Ideen, aber mit nur einem kaschubischen Hintergrund. Der größte Erfolg für die Band war bisher der Preis für die beste Leistung des Jahres 2008 in der Kategorie "Kultur und Wissenschaft" von Radio Gdansk. Kurz gesagt ist Bubliczki, eine der innovativsten Folkbands, die Polen zu bieten hat und mit dem Versprechen auf Muskelkater in jedem Tanzbein.

Sandra Kreisler (D/A)

Sie hat eine Stimme, wie samt und einen Humor, der dunkel ist. Dunkel, wie die Seele eines Vertreters für vollautomatische Knoblauchschäler. Die Wienerin bezeichnet sich selbst als "Diseuse", also als Kabarettistin, die Chansons eher spricht als singt und sie ist eine Meisterin ihres Fachs. Mehrfach ausgezeichnet (u.a. Lale Andersen Preis 2006) ist Sandra Kreisler eine Künstlerin, die sich immer wieder neu erfindet. Sie durchbricht die konventionellen Grenzen des Chansons und bereichert ihn mit deutschem HipHop oder Pop-Musik. Ihre Texte handeln von der Freiheit in der Kneipe, von Angst oder auch von gar nichts. So sieht sich die Sängerin in der Tradition von Kästner, Tucholski und Brecht, die allesamt mit sogenannter "Gebrauchs-Lyrik" bekannt wurden und möchte ihrem Publikum ganz neue Hörgewohnheiten nahe legen.

Martyna Jakubowicz

Sie ist eine auf ihre Art einzigartige Sängerin von Balladen, die eine Mischung aus Folk, Blues, Rock, Ethno, Jazz und Dichterlied darstellen. Wenn sie singt, spürt man oft eine starke orientalische Note. Sie komponiert selbst die Mehrheit ihrer Songs und arbeitet fast ausschließlich mit Andrzej Jakubowicz zusammen, der Autor der meisten ihrer Texte ist.

Ihre Lieder sind warm, sanft und nachdenklich, stützen sich auf weibliche Emotionen, Gefühle und Bedürfnisse. Sie singt von der Liebe, Einsamkeit, Hoffnung, von der Suche nach wahrer Bindung, aber auch von allem anderen, was das Leben zum Leben werden lässt.

MARCIN KAJPER QUARTET

Etta Scollo (I)

Die in Berlin und auf Sizilien lebende Etta Scollo ist mit ihrem musikalischen Werk auf dem Gebiet der traditionellen Musik eine der beliebtesten italienischen Künstlerinnen in Deutschland. Mehrfach wurde sie mit Preisen geehrt, unter anderem mit dem Weltmusikpreises RUTH 2007. Ihr aktuelles Programm gleicht einer Kette seltener Perlen, die sich miteinander wie verletzliche Stimmungen um das Dekolletee einer Frau legen. Es ist der Instinkt, der die Stimme der Interpretin und die Intention der Künstlerin leitet, indem er die Navigation an einem ständigen Kurswechsel orientiert - ein Instinkt, der eingespannt ist zwischen Zerschellen und Heimkehr, Vergangenheit und Gegenwart. Daraus entsteht eine neue, persönliche und frische Lesart ihrer Musik, die wie geschaffen ist für den weiten Raum eines Konzertsaales.

1884

Music-History-Project
Die Musiker des Projektes 1884 wollen die Aufmerksamkeit auf die bis in die Gegenwart wirksamen und oftmals verhängnisvollen Folgen der willkürlichen Aufteilung Afrikas lenken, die bis heute die Geschichte und Geschicke des afrikanischen Kontinents bestimmen. Aus diesen Einflüssen speisen sich die entstanden Songs für ihr Programm und ihr aktuelles Album "1884". Musikalisch bedient sich das Projekt bei Afro-Beat, Highlife, R&B, M'Balax, Souk, Jazz, Hiphop und Salsa. Gleichzeitig zitiert "1884" den Sound international bekannter afrikanischer und afro-diasporischer Musiker der 70er und 80er Jahre, wie Fela Anikolapo Kuti und Bob Marley, die sich mit Fragen von (Post)Kolonialismus, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung auseinander setzten, sowie den Sound der südafrikanischen Anti-Apartheid Bewegung.

CD: 1884
Home: http://1884afrikakonferenz.wordpress.com

Mardi Gras.bb (D)

Der Mannheimer Band hört man ihre Herkunft nicht an. Mehr als stilsicher bewegt sich Mardi Gras.bb in den Gewässern der Musik der Welt. Ob Blues, Soul, Funk, Chanson oder Balkanbeat, sie stehen für ultimative Vielfalt und sind Garanten für gute Laune und Ausgelassenheit in jedem Konzertsaal. Die blechgewaltige Combo strauchelt voller Übermut zwischen Lotterie und Leben, zwischen Botanisiertrommel und Bombenterror, zwischen Containertraum und Tiefseemassaker. Eine "großkalibrige New Orleans-Groove-Attacke, die wie eine gemeinsame Session von Captain Beefheart, Tom Waits, Dr. John und Willy DeVille tönt" rufen die Kritiker. Grandiose Tanzmusik fern ab jeglicher Schublade, sagen wir.

Sallie Ford & The Sound Outside (USA)

Sally Ford und ihre Band singen an gegen den Mainstream und fragen lautstark: "Was habt ihr der Musik nur angetan?" Zwischen modern und antiquiert toben sie mal wild mal mild quer durch Roots-Rock, Country, Jazz und Blues. Ganz vorn ist dabei immer der Gesang von Sally Ford. Gekonnt wechselt sie vom klassischen Jazzgesang zur kratzigen Bluesröhre. Im gleichen Atemzug kann sie rau, emotional und künstlerisch subtil sein. Die aus Portland stammende Band ist in diesem Jahr erstmalig in Europa auf Tournee und macht sich auf die "Alte Welt" zu erobern. Mit ihrem jugendlichem Feuer und ihrer herrlich leichten Musik wird ihnen das wohl nicht schwer fallen.

Lao-Xao-Trio (VIE/D)

Das Lao-Xao-Trio formierte sich im Herbst 2005 aus der vietnamesischen Sängerin Khanh Nguyen, Diethard Krause (Violoncello) und Stefan Wehrenpfennig (Gitarre). Lao Xao (eng. "hubbub"), das Wort steht für "Lärm und Tumult" und kann gleichermaßen "Klang, Geräusch und rasch" bedeuten. Das Ensemble widmet sich der kreativen Aufarbeitung vietnamesischer Folklore. Mittels Reharmonisation, Improvisation und klanglicher sowie rhythmischer Experimente werden die volkstümlichen Geschichten musikalisch neu umgesetzt. Es entstehen Arrangements mit rubato- Klangflächen, eingängigen Grooves und interaktiver Improvisation.

Hadda Ouakki (Marokko)

Geboren im kleinen Ort Zzawit n Ayt Ish'aq, begann sie ihre Karriere als Sängerin - als Sheika in den späten sechziger Jahren zunächst mit dem Ensemble von Bennaceur Oukhouya. Seit dem reist sie seit über vierzig Jahren durch die hochgelegenen, schneebedeckten Dörfer und Orte der Khenifra Region im Süden Marokkos und singt auf traditionellen Festen und privaten Feiern. Ihre rauchig-feurige Stimme und die beeindruckende Feinheit und Präzision, mit der Hadda Ouakki die uralte mündlich überlieferte Poesie der Berber vorträgt, machen sie zu einer der populärsten und respektiertesten Vertreterinnen der Tamazight-Kultur überhaupt. Ihre meisterhafte Fähigkeit, die täglichen Sorgen und Hoffnungen in den traditionellen Tamazight Gesängen auszudrücken und dabei in einem Lied von extrem tiefen Tönen in eine fast stechend hohe Stimmlage zu wechseln, macht sie zur Diva des mittleren Atlas.

Basia Stępniak-Wilk

Singende Autorin und Komponistin, Kabarettistin; aus Lublin stammend, jedoch ständig in Krakau wohnend. 1995 debütierte sie im Piwnica pod Baranami (Keller zu den Widdern) und im Kabarett Loch Camelot, in dem sie bis heute auftritt. In den Jahren 1995-97 bildete sie gemeinsam mit Janusz Radek, Grzegorz Halama, Robert Kasprzycki, Szymon Zychowicz und Kamil Śmiałkowski die Gruppe "Zielone Szkiełko" ("Grünes Glas").

Eine kristallklare Stimme, ambitionierte und leicht ins Ohr gehende Melodien, sowie ausgezeichnet geschriebene Texte führten dazu, dass Lieder, wie "Bombonierka" ("Pralinenschachtel" gesungen zusammen mit Grzegorz Turnau) und "Słodka chwila zmian" ("Süßer Moment der Veränderungen"), sowie "Futerko" ("Pelz"), "Bossa nova z Augustowa" ("Bossa Nova aus Augustów" im Duett mit Andrzej Poniedzielski) und "Wiośnie nie!" ("Nein dem Frühling!" im Duett mit Wojciech Mann) auf hohen Plätzen der gesamtpolnischen, wie auch regionalen Charts rangierten (Polskie Radio pr. III, Złote Przeboje, Radio Kraków, Radio Szczecin, Radio Akadera Białystok)

Bydgoszcz Klezmer Band

Kamil Wasicki

Kamil Wasicki (geb. 23.06.1979 in Konin) - Poet, Komponist, Sänger, Gitarrist, Tontechniker von Beruf. Preisträger zahlreicher Festivals, u.a. des 27. Internationalen Bardenfestivals - OPPA 2009, auf welchem er den Jonasz-Kofta-Grand-Prix erhalten hat oder des Studentischen Liederfestivals in Krakau, auf dem er zweimal (2004 und 2006) den Wojciech-Belon-Preis gewonnen hat...

Auf der Bühne präsentiert er eigene Lieder. Die Texte sind voll mit geschickten Metaphern und spannenden Assoziationen, verbunden mit einer großen, musikalischen Fantasie. Diese außergewöhnliche Verbindung von Lyrik und Musik macht Platz für viele Poetische Momente.

Am 11. April 2011 hat die Agencja Fonograficzna Polskiego Radia ("Phonographische Agentur des Polnischen Radios") das Debütalbum des Künstlers "Chwyć mnie za rękę" ("Nimm mich an der Hand") herausgegeben. Die mediale Schirmherrschaft für das Album hat das 3. Programm des Polnischen Rundfunks "TRÓJKA" übernommen.